Was Tesla am 15. Oktober in Texas vorgeführt hat, ist schlicht irre.
Ein Roadster fährt eine riesige, gebogene Rampe hinauf, bleibt kopfüber an ihr haften, löst sich, dreht sich durch die Luft und landet wieder kontrolliert auf seinen Rädern.
Ein verdammt beeindruckendes Stück Ingenieurskunst!
Möglich wird das durch ein ausgeklügeltes Saugsystem unter dem Fahrzeug und Kaltgasdüsen aus der Zusammenarbeit mit SpaceX.
Und als wäre das noch zu wenig, meldete Tesla bei einer Beschleunigungsdemo unglaubliche 0,8 Sekunden von 0 auf 60 mph, also knapp 100 km/h.
Mich erinnert das an die ersten erfolgreich gelandeten und später sogar am Startturm eingefangenen Raketen. An technische Ideen, bei denen man sich jahrelang anhören durfte, wie verrückt und unrealistisch sie seien.
Bis Ingenieure sie einfach verwirklichten.
Genau solche Momente sollten wir feiern! Hier arbeiten Menschen mit enormem Wissen, Fantasie und Mut daran, die Grenzen des technisch Machbaren zu verschieben.
Und wir stehen gerade erst am Anfang einer Entwicklung, in der KI, Robotik, Simulation und Ingenieurskunst immer enger zusammenwachsen.
Was passiert eigentlich, wenn diese Technologien sich gegenseitig immer schneller voranbringen?
Versetz dich mal in der Zeit zurück: Vor zehn Jahren hätte vieles von dem, was wir heute erleben, wie Science-Fiction geklungen.
Selbstfahrende Fahrzeuge, Raketen, die selbstständig zurückkehren, KI-Systeme, die Software entwickeln und wissenschaftliche Probleme lösen.
Jetzt stellt euch die Welt im Jahr 2036 vor.
Vielleicht sind selbst unsere kühnsten Vorstellungen heute noch viel zu bescheiden.
722 Mathe-Papiere und plötzlich steht ein ganzer Beruf Kopf
Am Dienstag hat OpenAI etwas veröffentlicht, dessen Größenordnung man kurz sacken lassen muss:
722 mathematische Manuskripte, gebündelt in 372 Ergebnisfamilien.
Dafür wurde ein internes Frontier-Modell auf ungefähr 4.000 offene Forschungsprobleme angesetzt. Darunter finden sich Zahlentheorie, Geometrie, mathematische Physik und theoretische Informatik.
Die Veröffentlichung verursacht in der Mathematik gerade für ziemlichen starken Aufruhr.
Der NYU-Mathematiker Tristan Buckmaster formuliert es drastisch:
„Dieser jüngste Papierstapel am Dienstag hat die Karrieren von Mathematikern am Anfang ihrer Laufbahn zerstört.“
Er berichtet von ganzen Forschungsprogrammen, an denen junge Mathematiker jahrelang gearbeitet hätten und für die nun plötzlich KI-generierte Resultate vorliegen.
Ein Mathematiker verbringt vielleicht Jahre mit einem einzigen schwierigen Problem. Ein leistungsfähiges System kann Tausende solcher Probleme jetzt parallel antesten und anschließend Hunderte vielversprechende Ergebnisse ausgeben.
Für die Betroffenen ist das hart. Für die Mathematik selbst beginnt gleichzeitig eine völlig neue Größenordnung wissenschaftlicher Produktion.
Und der nächste Schritt zeichnet sich schon ab.
Forschungssysteme können zunehmend wissenschaftliche Literatur durchsuchen, offene Probleme identifizieren und selbst entscheiden, welche davon einen Lösungsversuch verdienen.
Dann verändert sich auch die Rolle des Mathematikers.
Ergebnisse verstehen. Zusammenhänge erkennen. Neue Forschungsrichtungen eröffnen.
Vielleicht wird genau das langfristig wertvoller als die jahrelange Jagd nach einem einzelnen Beweis.
Mathematik verschwindet damit ganz sicher nicht. Vielleicht wird sie jetzt nur viel größer.
OpenAI: Veröffentlichung zur Mathematik
OpenAI Math Repository mit 722 Manuskripten
World Science Festival: Tristan Buckmaster über KI und Mathematik
OpenAI hat 722 mathematische Manuskripte in 372 Ergebnisfamilien veröffentlicht, erzeugt mit einem internen Frontier-Modell.
Darunter finden sich Arbeiten aus Zahlentheorie, Geometrie, Physik und theoretischer Informatik. Ein Teil der Ergebnisse ist bereits formal in Lean überprüfbar, weitere Resultate müssen noch geprüft werden.
Und dann wird aus einem riesigen Forschungsberg plötzlich ein Erklärvideo.
Mih Choi (@ mihchoi auf x) berichtet, er habe Claude Opus 5.5 lediglich einen Prompt und den Link zur OpenAI-Veröffentlichung gegeben.
Zurück kam ein 92 Sekunden langes Motion-Graphics-Video, das Teile der Mathematik visuell erklärt. Im gezeigten Ausschnitt erscheint unter anderem die Riemannsche Zetafunktion.
Hier sieht man wie stark sich wissenschaftliche Kommunikation verändern wird.
Ein Modell erzeugt neue mathematische Ergebnisse. Ein anderes liest, strukturiert und übersetzt sie in Bilder, Bewegung und Erklärung.
Forschen, verstehen, visualisieren.
Das rückt gerade erstaunlich eng zusammen.
Und vielleicht bekommen dadurch künftig sehr viel mehr Menschen Zugang zu Themen, die bisher schon beim ersten Blick auf die Formeln sonst verloren gingen.
el.cine (@ EHuanglu) hat die klassische Mr.-Bean-Prüfungsszene mit Sam Altman und Tim Cook als KI-Meme neu gebaut. Der Clip wird als mit Kling 3 erstellt beschrieben und ist inzwischen ordentlich viral gegangen.
Das Entscheidende daran ist gar nicht die technische Perfektion.
Es funktioniert einfach als Witz.
Nichts schreit mehr alle zwei Sekunden: „Hallo, ich bin ein KI - Video.“
Und genau das ist der Punkt.
Kling 3 hat bei Konsistenz, Szenensteuerung, Audio und Realismus deutlich zugelegt. Kling 4.0 ist bereits im Early Access.
Schon bald werden wir nicht mehr über die Technologie sprechen, sondern einfach über den Clip lachen. 😄
Ein Satz als Auftrag. Drei Minuten Menschheitsgeschichte.
@ imjustnewatai gab Claude Fable 5.5 im Kern nur diesen Auftrag:
“a video of all human progress, then 30 years into the future”
Heraus kam ein rund dreiminütiger Animationsfilm mit eigener Musik.
Der Film spannt den Bogen von frühen menschlichen Erfindungen über Schrift, Buchdruck, Telegraph und Internet bis in unsere Gegenwart und anschließend weiter in die Zukunft.
Vibecoding: Wie aus Papas Spieluhr eine digitale Website-Version wurde 🎶
Mein Vater hatte eine alte Lochplatten-Spieluhr: Sie bestand im Wesentlichen aus einer Holzkiste, gestanzten Blechplatten und einem Hebel zum Aufziehen.
Und die gibt es jetzt im Browser, in ein paar Tagen zusammen mit Claude gebaut, ohne dass ich selbst eine Zeile Code geschrieben habe.
Was technisch drinsteckt:
Alles steckt in einer einzigen HTML-Datei, ohne Server, App oder Konto.
Es gibt keine einzige Tonaufnahme. Jeder Ton wird live im Browser erzeugt, wie ein angerissener Metallzahn, mit Hall und gedämpftem Klang bei geschlossenem Deckel.
Feder, Windfang und Laufzeit sind nachgebildet: Die Uhr läuft langsamer, wenn sie abläuft.
Die Uhr hat ein „Gehör“. Spielt man den Anfang eines Liedes auf dem Kamm, erkennt sie es, und so findet man 22 verborgene Platten.
Alle 42 Melodien sind gemeinfrei, das Urheberrecht wurde für jede einzelne geprüft.
Das Beste: Ein Gegenstand aus meiner Kindheit spielt wieder, und jetzt kann ihn jeder aufziehen.