Du bist volljährig, geschäftsfähig und offiziell ein freier Mensch.
Aber für immer mehr friedliche Handlungen brauchst du erst eine Genehmigung, einen Nachweis, eine Zulassung, eine Lizenz oder irgendeinen Stempel von irgendeiner Behörde.
Du willst bauen?
Genehmigung.
Du willst ein Gewerbe eröffnen?
Anmeldung, Auflagen, Vorschriften.
Du willst fahren?
Erlaubnis.
Du willst etwas vermieten?
Vorschriften.
Du willst etwas verkaufen?
Zertifizierung.
Du willst dich verteidigen?
Verboten oder streng reglementiert.
Du willst mit deinem Eigentum tun, was du willst?
Nur soweit es das Regelwerk erlaubt.
Selbst für Dinge, die niemanden angreifen, niemanden berauben und niemandem schaden, gilt immer öfter nicht mehr:
„Das ist dein Leben, entscheide selbst.“
Sondern:
„Dafür brauchen Sie erst eine Erlaubnis.“
Und genau das ist der Kern des Problems.
Eine freie Gesellschaft erkennt den erwachsenen Menschen als grundsätzlich handlungsberechtigt an.
Die Erlaubnisgesellschaft dreht es um:
Du bist erst dann handlungsberechtigt, wenn der Apparat es dir gestattet.
Freiheit wird dadurch nicht mehr als Normalzustand behandelt, sondern als Ausnahme mit Vorbehalt.
Wer in so einem System aufwächst, merkt oft gar nicht mehr, wie absurd das ist.
Man fragt nicht mehr:
„Warum sollte das verboten sein?“
Man fragt nur noch:
„Darf ich das überhaupt?“
Und damit ist aus dem freien Bürger längst ein Antragsteller geworden.