Oft wird behauptet, Jagd sei notwendig, um Wildbestände zu „regulieren“ und das ökologische Gleichgewicht zu erhalten. Diese Darstellung klingt zunächst vernünftig, hält einer genaueren Betrachtung jedoch nicht stand. In Wirklichkeit ist Jagd kein Instrument der Regulation – sie selbst ist die Ursache von massiven Störungen und Ungleichgewichten.
Ökosysteme regulieren sich grundsätzlich selbst: Durch natürliche Feinde, begrenzte Nahrung, Krankheiten und Revierverhalten. Diese Mechanismen wirken auf natürliche Weise selektiv und stabilisierend. Ob im Wald oder Meer, diese Naturgesetze gelten überall gleich. Jagd hingegen greift willkürlich ein. Sie zerstört Sozialstrukturen, entfernt erfahrene, gesunde genstarke Tiere und bringt Populationsdynamiken durcheinander.
Bei Tierarten wie Rehen oder Wildschweinen zeigt sich sogar das Gegenteil von „Regulation“: Werden viele Tiere geschossen, reagieren die Bestände mit höherer Fortpflanzungsrate. Das Problem wird also nicht gelöst, sondern verstärkt.
Gleichzeitig werden andere Arten gezielt unterdrückt. Kleine Beutegreifer wie Iltis, Marder oder Fuchs werden vielerorts verfolgt, weil sie als Konkurrenz zur Jagd gelten oder das sogenannte „Niederwild“ schützen sollen. Dabei wird aber das Niederwild gar nicht beschützt sondern selbst getötet. Die Öffentlichkeit wird bewusst manipuliert und betrogen.
Die Jagd auf Rote Liste Arten und der brutale Feldzug gegen Beutegreifer führt lokal zu drastischen Bestandsrückgängen – teilweise bis an den Rand der Ausrottung. Von ökologischem Gleichgewicht kann dabei keine Rede sein.
Erst wird also das Gleichgewicht gestört – dann wird die Jagd als angebliche Lösung präsentiert. Kennen wir das nicht irgendwoher?
Die Realität wird verdreht. Tierschutz bedeutet, Leid zu verhindern und Leben zu schützen – Jagd hingegen fügt Leid zu und beendet Leben bewusst. Beides lässt sich nicht miteinander vereinbaren.
Echter Natur-, Tier- und Artenschutz würde bedeuten, Lebensräume zu erhalten und zu schützen, natürliche Feinde zuzulassen, Wildtiere in Ruhe zu lassen und mögliche Konflikte ohne Töten zu lösen. Jagd tut das Gegenteil. Sie setzt auf Waffen, statt auf ökologische Zusammenhänge - und streut Unwahrheiten, um sich die Akzeptanz der Bevölkerung zu sichern.
Organisierte Jagd ist lediglich menschliches Interesse – Tradition, Freizeit oder Nutzung, sie ist keine Lösung. Sie ist das Problem.
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