🏛 Bitcoin über 68.000 Dollar nach US-Treasury-Ankündigung
Das US-Finanzministerium hat angekündigt, seine Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen ab September mindestens zu verdoppeln – von bisher 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden Dollar pro Operation. Die Aussicht auf sinkende Langfristzinsen befeuerte eine breite Risikorallye.
Bitcoin stieg daraufhin um rund 6 % auf über 68.000 Dollar, Ethereum legte rund 9 % zu, Solana und Krypto-Aktien zogen ebenfalls an. Der gesamte Krypto-Markt wuchs um 5,1 %. Besonders hart traf es Short-Positionen: Rund 1,4 bis 1,7 Milliarden Dollar wurden liquidiert, davon entfielen 91 % auf Short-Seiten.
Die Maßnahme des Treasury zielt auf Liquiditätsstützung am langen Ende der Zinskurve – ein makroökonomisches Signal, das Risikomärkte traditionell begünstigt.
⚖️ SEC schlägt neuen Regulierungsrahmen für Krypto-Fundraising vor
Die US-Börsenaufsicht SEC hat offiziell „Regulation Crypto Assets" vorgeschlagen – ein maßgeschneiderter Rahmen, der Krypto-Projekten klare Wege zur Kapitalaufnahme unter dem Bundeswertpapierrecht eröffnen soll, ohne den vollständigen SEC-Registrierungsprozess durchlaufen zu müssen.
SEC-Chairman Paul Atkins hat den Vorschlag persönlich eingerahmt. Der neue Rahmen soll Projekten ermöglichen, Kapital unter definierten Bedingungen zu beschaffen – als Alternative zur bisher üblichen, aufwendigen Vollregistrierung.
Der Vorstoß markiert eine deutliche Kursänderung der Behörde gegenüber der bisherigen Praxis, Krypto-Emittenten primär durch Durchsetzungsmaßnahmen zu regulieren. Ein formaler Regulierungspfad könnte die Rechtssicherheit für den US-Kryptomarkt erheblich verbessern.
🔐 Bybit blockiert 700 Mio. Dollar Schäden in H1 2026
Bybit hat im ersten Halbjahr 2026 potenzielle Nutzerverluste von über 700 Millionen Dollar abgewehrt – rund anderthalb Jahre nach dem bisher größten Krypto-Diebstahl der Geschichte. Das geht aus einem neuen Sicherheitsbericht der Börse hervor.
Im Februar 2025 hatten Angreifer – laut Ermittlern die nordkoreanische Lazarus-Gruppe – 1,46 Milliarden Dollar aus Bybits Ethereum-Cold-Wallet gestohlen. Als Reaktion baute die Börse ihre Sicherheitsinfrastruktur deutlich aus: Echtzeit-Blockchain-Monitoring und KI-gestützte Bedrohungserkennung wurden eingeführt, um verdächtige Transaktionen frühzeitig zu identifizieren und zu blockieren.
Der Bericht markiert Bybits ersten öffentlichen Rechenschaftsbericht über die Sicherheitsmaßnahmen nach dem Angriff und zeigt, wie Krypto-Börsen nach Großhacks ihre operativen Abläufe grundlegend überarbeiten.
🏦 Citi startet Bitcoin-Verwahrung für institutionelle Kunden
Citigroup plant, noch in diesem Jahr Bitcoin-Custody-Dienste für institutionelle Anleger anzubieten. Bitcoin wird die erste Kryptowährung sein, die über die neue Plattform Custody+ unterstützt wird – weitere digitale Assets sollen folgen.
Custody+ kombiniert Krypto- und traditionelle Asset-Verwahrung auf einer einzigen Plattform. Das Angebot umfasst 24/7-Zugang, sicheres Schlüsselmanagement, Echtzeit-Asset-Servicing, schnellere Abwicklung sowie Liquiditätstools und KI-gestützte Marktinformationen. Bestehende Reporting-, Steuer- und Verwahrungsworkflows werden integriert.
Citi verwaltet Vermögenswerte in Höhe von rund 2,8 Billionen US-Dollar. Der Schritt unterstreicht die wachsende Bereitschaft großer Wall-Street-Banken, digitale Assets in ihre institutionelle Infrastruktur einzubinden.
⚖️ GENIUS Act: US-Finanzministerium nimmt Tether ins Visier
Das US-Finanzministerium hat einen detaillierten Vorschlag vorgelegt, der definieren soll, wer unter dem neuen Bundesgesetz als Stablecoin-Emittent gilt. Grundlage ist der GENIUS Act, der erstmals einen einheitlichen regulatorischen Rahmen für Stablecoins in den USA schafft.
Der Entwurf, der am Montag veröffentlicht wurde, richtet sich dem Bericht zufolge gezielt gegen Tether – den weltweit größten Stablecoin-Emittenten nach Marktkapitalisierung. Vor einer endgültigen Regelung ist eine 60-tägige öffentliche Kommentierungsphase vorgesehen. Ursprüngliche Fristen wurden bereits überschritten.
Der GENIUS Act gilt als bedeutendster Versuch des US-Gesetzgebers, den Stablecoin-Markt bundesweit zu regulieren und klare Anforderungen an Emittenten zu stellen.
⚖️ EU ermöglicht länderweite Krypto-Sperren bei Sanktionsumgehung
Die EU hat ihr 21. Russland-Sanktionspaket vom 23. Juli um eine neue Krypto-Dimension erweitert: Erstmals können Regulatoren den Zahlungsverkehr mit ganzen Ländern sperren, wenn diese wiederholt bei der Umgehung von EU-Sanktionen helfen.
Das Paket listet 14 ausländische Dienstleistungsplattformen neu auf und verschärft die Regeln für das russische Rubel-Stablecoin-Netzwerk sowie die daran beteiligten Institutionen. EU-Betreiber könnten damit künftig von Krypto-Anbietern in bestimmten Drittstaaten vollständig abgeschnitten werden.
Die Maßnahme markiert eine Eskalation in der EU-Sanktionspolitik: Nicht mehr nur einzelne Akteure, sondern ganze Jurisdiktionen geraten ins Visier, wenn sie als Knotenpunkte für Sanktionsumgehung über Krypto-Kanäle gelten.