Die Financial Action Task Force (FATF) meldet, dass 83 % der Länder die Travel Rule formell umgesetzt haben – doch die tatsächliche Durchsetzung bleibt weit dahinter zurück. Offshore-Lücken werden laut FATF weiterhin genutzt, um Milliarden über Krypto-Netzwerke zu verschieben.
Besonders unter Druck stehen Virtual Asset Service Provider (VASPs), die in Jurisdiktionen mit schwacher Aufsicht operieren. Die FATF kritisiert, dass formale Compliance und reale Kontrolle weit auseinanderklaffen – ein Zustand, der organisierte Kriminalität begünstigt.
Der Befund erhöht den regulatorischen Druck auf Exchanges und andere Krypto-Dienstleister weltweit, insbesondere in Regionen ohne effektive Aufsichtsbehörden.
💵 Südkorea plant Won-Stablecoin und Währungsreformen
Südkorea hat einen Fahrplan vorgestellt, der den koreanischen Won zu einer frei konvertierbaren Währung machen soll. Das Vorhaben kombiniert Devisenmarktreformen mit einem rechtlichen Rahmen für Won-gestützte Stablecoins sowie neuer digitaler Zahlungsinfrastruktur.
Die Pläne wurden laut lokalen Medienberichten vom 19. Juli veröffentlicht. Won-Stablecoins sollen demnach regulatorisch verankert und in ein modernisiertes digitales Zahlungssystem integriert werden. Details zu Zeitplan und zuständigen Behörden gehen aus den bisher vorliegenden Informationen nicht hervor.
Südkorea gehört zu den aktivsten Krypto-Märkten Asiens und treibt damit die regulatorische Einbindung digitaler Assets in das offizielle Finanzsystem weiter voran.
⚖️ US-Behörden verpassen Frist für Stablecoin-Regeln
US-Regulierungsbehörden haben die im GENIUS Act vorgesehene Einjahresfrist zur Finalisierung der Umsetzungsregeln für Stablecoins verpasst. Statt verbindlicher Vorschriften wurden lediglich 10 Regelentwürfe veröffentlicht.
Die endgültigen Durchführungsbestimmungen, die das Gesetz innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten vorschreibt, liegen damit noch nicht vor. Der GENIUS Act gilt als zentrales US-Gesetzgebungsprojekt zur Regulierung von Stablecoins.
🔐 USA frieren 130 Mio. Dollar iranische Krypto-Assets ein
Nach US-Luftangriffen auf die iranische Insel Qeschm nahe der Straße von Hormus hat das US-Finanzministerium iranische Krypto-Vermögenswerte im Wert von 130 Millionen Dollar eingefroren. Bitcoin reagierte kurzfristig mit einem Rückgang auf 99.500 Dollar, erholte sich anschließend jedoch wieder.
⚖️ USA unter Druck: Brasilien im Fadenkreuz wegen Zahlungssystemen
Washington betrachtet Brasiliens Förderung nicht-dollarbasierter Zahlungskanäle – darunter das nationale Echtzeitzahlungssystem Pix und den Stablecoin-Markt – als potenzielle Bedrohung für den Dollar als globale Handelswährung.
Dabei zeigt die Realität ein anderes Bild: Rund 90 % der Krypto-Transaktionen in Brasilien entfallen auf Dollar-gekoppelte Stablecoins. Die USA richten sich also gegen ein Land, dessen Krypto-Aktivität den Dollar de facto stärkt.
Der Fall verdeutlicht das wachsende geopolitische Spannungsfeld rund um Stablecoins und digitale Zahlungsinfrastruktur – und wie Washington versucht, die Dollarhegemonie auch im Krypto-Zeitalter zu verteidigen.
💵 Circle erhält US-Bundesbanklizenz – Banken warnen vor 500-Mrd.-Abfluss
Circle hat am 10. Juli die endgültige Genehmigung des Office of the Comptroller of the Currency (OCC) erhalten, eine nationale Trust-Bank unter Bundesaufsicht zu betreiben. Das Unternehmen bezeichnete dies als wichtigen Schritt für USDC und seine Stellung im US-Finanzsystem.
Parallel warnen traditionelle Kreditinstitute, dass die wachsende Stablecoin-Nutzung Einlagen in Höhe von bis zu 500 Milliarden Dollar aus dem klassischen Bankensystem abziehen könnte. Stablecoins wie USDC halten Reserven in US-Staatsanleihen, anstatt Gelder in die Kreditvergabe zu leiten – was Banken direkte Einnahmen kostet.
Die Bundesbanklizenz für Circle kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der US-Kongress an einer umfassenden Stablecoin-Regulierung arbeitet. Die stärkere institutionelle Einbindung von USDC könnte den Druck auf traditionelle Banken weiter erhöhen.